“Sozial Schwache” als Unwort 2013 gewählt

von am 20. November 2014 in Der dicke Hund (Plön), Wissenswertes (Plön)

“Sozial Schwache” als Unwort 2013 gewählt

“Sozial Schwache” als Unwort gewählt

Die Nationale Armutskonferenz hat den Begriff “sozial Schwache” auf ihre Liste von irreführenden oder diskriminierenden Unwörtern gesetzt. Sprecher Thomas Beyer, der eher die Wörter “arm” oder “ökonomisch schwach” benutzen würde, erklärte dazu am Montag: “Arme Menschen verfügen genauso wie alle anderen über die Fähigkeit mit anderen Beziehungen einzugehen, sich um diese zu kümmern und sich in diese einzufühlen.”
Als “sozial Schwache” würden Menschen bezeichnet, die über geringe materielle Mittel verfügten, die schlicht nicht genügend Geld hätten und dadurch weitgehend von kultureller und sozialer Teilhabe ausgeschlossen würden. Dies habe aber nichts damit zu tun, wie sozial veranlagt sie seien, sagte Beyer.
In einer neuen Umfrage der Nationalen Armutskonferenz (nak) unter ihren Mitgliedern war gefragt worden, welche Begriffe in Medien, Politik und Öffentlichkeit benutzt werden, die Menschen falsch beschreiben oder sogar diskriminieren.
“Sprache ist nicht neutral, Sprache bewertet”, sagte der nak-Sprecher und rief dazu auf, die Verbreitung von Klischees über arme Menschen zu vermeiden. Auch in diesem Fall würden Menschen in ihrer Lebenssituation falsch beschrieben.
“Soziale Unwörter” – von “arbeitslos” bis “alleinerziehend”
Als weitere Beispiele für “soziale Unwörter” nannte die Organisation auch Begriffe wie “arbeitslos” und “langzeitarbeitslos”. Laut Armutskonferenz müsse es “erwerbslos” heißen, weil es viele Arbeitsformen gebe, die kein Einkommen sicherten. Auch das Wort “Herdprämie” gehört für die nak auf den Index: Es verunglimpfe Frauen – unabhängig von Meinungen über das Betreuungsgeld. Ebenfalls auf der Liste finden sich “Trittbrettfahrer”, “Wirtschaftsasylanten” und “Sozialschmarotzer”, das Adjektiv “alleinerziehend”, “bildungsferne Schicht” oder “Vollkasko-Mentalität”; und wer von einem “Behindertentransport” spreche, behandelt laut nak Menschen verbal wie Objekte.
Die Nationale Armutskonferenz war im Jahr 1991 als deutscher Ableger des Europäischen Armutsnetzwerks gegründet worden. Zu ihren Mitgliedern gehören unter anderem Verbände der Freien Wohlfahrtspflege wie die Arbeiterwohlfahrt, die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, der Bundesverband Die Tafel, Caritas und Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz und der DGB. (2013)

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4 KommentareKommentieren

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